Video: So arbeitet eine Gemeinschaftsschule

Wir sind eine von vier Gemeinschaftsschulen in Norderstedt. Gemeinsam erklären wir in einer simpleshow, wie das Lernen organisiert wird:

 

Methodenuniversum und Jahresarbeitsplan Kl. 5

Seit August 2018 lernen unsere Fünftklässler fächerübergreifend Methoden kennen, die sie in allen Fächern ab Kl. 5 benötigen. Statt hierfür ein eigenes Fach zu schaffen, haben wir das Methodenuniversum in den Unterricht der Fächer so hineingelegt, dass die Schülerinnen und Schüler sinnvoll und organisch am "echten" Unterrichtsgegenstand die jeweils sinnvoll anzuwendende Methode erlernen.

Das Fach Musik führt zum Beispiel in den ersten beiden Schulwochen die Verwendung der Fächermappe ein mit der Gestaltung des Deckblatts, des Inhaltsverzeichnisses und der Seitenzählung. Dieses Können wird ab dann von allen Fächern vorausgesetzt und immer wieder genutzt und so verfeinert.

Für die Fortschreibung des Methodencurriculums ist es notwendig, dass sich die Kollegen der unterschiedlichen Fächer austauschen und absprechen. Jährlich wird das Verfahren evaluiert, angepasst und für die aufsteigenden Jahrgänge fortgeschrieben.

 

Eigenlernzeit

Wir haben im Team 5 unsere Eigenlernzeit-Angebote evaluiert und angepasst:  Täglich von 11-11:30 Uhr arbeiten alle unsere Klassen in der Lernzeit.

Die Klassenstufen 5-7 haben eigene Ordner, in denen jede Schülerin und jeder Schüler in den drei Hauptfächern Deutsch, Mathematik und Englisch mit vertiefenden und übenden Basisaufgaben beginnt und dann in höhere Schwierigkeitsgrade aufsteigen kann.

Jede Übung kann allein und ohne Hilfe durchgeführt werden, denn nach dem Bearbeiten vergleichen die Lerner ihre Ergebnisse selbst mit den Lösungsbögen, die unsere Lehrkräfte in viel Eigeninitiative selbst ausgefüllt und in Lösungsordern kopiert haben. Es wird nachgebessert und selbst kontrolliert, bis alle Lösungen richtig sind. Jeder Arbeitsbogen hat eine Nummer, die sich in der Inhaltsliste am Anfang des Ordners wiederfindet. Dort setzen die Lerner einen Haken, wenn die Arbeit erledigt ist, zeigen mit einer Sonne oder einem Blitz, ob die Aufgabe leicht oder schwer für sie war, und gehen dann mit dem fertigen Arbeitsbogen zur Lernzeit-Lehrkraft.

Erst jetzt stellen die Schülerinnen und Schüler Fragen, lassen sich das Thema oder die Technik noch einmal erklären oder schlagen selbst ergänzende Materialien oder Themen vor, die in den Lernzeitordner aufgenommen werden sollten.

Auf diese Weise vertieft jedes Kind die Unterrichtsinhalte im eigenen Tempo und übt, ganz allein zu lernen. Niemand stört, macht sich lustig oder kritisiert. Jeder Lernerfolg wird durch das Abhaken durch die Lehrkraft bestätigt. So lernen die Kinder, ihr eigenes Lernen durchzuhalten, es zu steuern und mit ihrem eigenen Lernen zufrieden zu sein.

Projektunterricht und Unterrichtsprojekte

Nach einer Evaluation haben wir beschlossen, unsere Schülerinnen und Schüler über längere Zeit und intensiver auf ihre Projektprüfungen in den Klassenstufen 9 und 10 vorzubereiten. So haben wir die Projektstunde entwickelt, die in 60 Minuten pro Woche in jeder Klassenstufe stattfindet.

Inzwischen haben unsere Projektlehrkräfte einen Plan und Unterrichtsmaterial für die Klassenstufen 6-7 entworfen, durchgeführt und verfeinert. Das Besondere an dem von uns entwickelten Format ist, dass die Inhalte zu Themen passen, die in Fächern der jeweiligen Klassenstufe unterrichtet werden, während die Methoden und Aufgabenformen einem Plan folgen, der die Lerner systematisch auf die Projektprüfungen in den Abschlussklassen vorbereitet.

Das hat den Vorteil, dass wir für die Projektstunde keinen Unterricht aus der Stundentafel fallen lassen mussten. Immer am Ende eines Projektes, also nach etwa zwei Monaten Projektphase, steht die Präsentation der Gruppenergebnisse an. Diese werden von den Lehrkräften benotet, die das gerade abgedeckte Fach in der Klasse unterrichten. So haben z.B. die Sechstklässler in der Projektstunde Sportspiele entwickelt, Lehrplakate erstellt und die Spiele im Sportunterricht angeleitet, sodass die Ergebnisse in die Sportnoten eingehen konnten. Das Folgeprojekt zum Thema "Wikinger" führte zum Erstellen von Flyern mit dem Programm Word und zu Vorträgen, die im Fach Geschichte bewertet wurden.

In den höheren Klassen werden die Themen und Formate immer freier.