Elternbrief vom 12.01.2021 zum Präsenzunterricht für die Klassen 9 + 10

Liebe Eltern der 9. und 10. Klassen,

zwei Tage Präsenzunterricht in den Abschlussklassen unter erschwerten Coronabedingungen liegen nun hinter uns. In Vollzeit und in allen Fächern! Wir haben damit die Vorgaben des Ministeriums umgesetzt und durch die Organisation auch die Bildungschancen unser Abschlussschüler in den Blick genommen. Mein Eindruck ist, dass dies trotz aller Widrigkeiten gut funktioniert - Ihre Kinder machen das toll und nicht nur ich sondern auch meine Kolleginnen und Kollegen sind voll des Lobes über das vorbildliche Verhalten Ihrer Kinder in diesen beiden Tagen. Ich möchte nicht verhehlen, dass die Situation für alle sehr anstrengend ist - insbesondere für die Lehrkräfte ist der Raumwechsel zwischen den aufgeteilten Klassen eine enorme Belastung.

Ich möchte auch nicht verhehlen, dass es berechtigte Sorgen und Ängste gibt - bei Ihnen genauso wie bei Ihren Kindern und den Lehrkräften. Es ist in der Tat paradox, dass wir einerseits strenge Kontaktbeschränkungen haben und andererseits das Ministerium auf eine Vollzeitbeschulung ihrer Kinder besteht. Wir befinden uns in einem Zwiespalt - einerseits uns und Sie alle vor der Verbreitung und Infektion mit dem Corona-Virus zu schützen und andererseits Ihre Kinder gut auf die anstehenden Abschlüsse und Übergänge in eine Ausbildung oder weitere schulische Laufbahn vorzubereiten. Ihre Kinder gehören zu den Jahrgängen, die am stärksten in dieser Hinsicht beeinträchtigt sind - ein Jahr Schule unter Corona-Bedingungen, wovon die Zeit von Mitte März letzten Jahres bis zu den Sommerferien so gut wie kein Regelunterricht stattfand. Jüngere Jahrgänge haben noch Zeit Defizite aufzuholen, die Anschlussjahrgänge letzten Jahres waren "fast durch" als die Schulen geschlossen wurden. Vor diesem Hintergrund müssen wir die Bemühungen sehen, möglichst viel für die Bildung Ihrer Kinder tun zu wollen und zu müssen.

Gleichwohl ist das Bildungsministerium seit heute aufgrund massiver Kritik von Eltern, Gewerkschaften, Schulleitungen und Medien von seiner bisherigen Haltung abgewichen: Ausdrücklich weißt die Ministerin zwar darauf hin, dass Präsenzunterricht für die Schüler der Abschlussklassen große Wichtigkeit und Bedeutung hat - nicht nur für die anstehenden Abschlüsse, sondern auch für die weiteren Bildungschancen Ihrer Kinder, aber sie besteht nicht länger auf "Vollzeitpräsenzunterricht nach Stundentafel", sondern lässt den Schulen einen größeren Spielraum in der Umsetzung und lässt neben Präsenzunterricht ausdrücklich auch die Option "Distanzlernen" zumindest zeitweilig zu. Sie haben dies vielleicht den Berichten des NDR oder der Tageszeitung schon entnommen (z.B. https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/coronavirus/Corona-Streit-um-Praesenzunterricht-erste-Schulen-reagieren,schule2504.html)

Wir stehen nun vor dem Dilemma mit dieser neuen Situation umgehen zu müssen und zu prüfen, ob wir bei unserer Organisation verantwortbar bleiben können und wollen, oder ob wir Veränderungen vornehmen können und sogar müssen. Mir tut es leid, dass es an dieser Stelle keine Kontinuität für Ihre Kinder, Sie aber auch die Lehrkräfte gibt. Ich sage ausdrücklich nicht, dass wir nun alles "über den Haufen werfen", aber wir müssen unsere Planungen vor diesem Hintergrund überprüfen und gegebenenfalls verändern. Dies wird nicht von jetzt auf gleich gehen - der Planungsaufwand ist enorm, weil wir die jüngeren Jahrgänge im Distanzlernen ebenfalls unterrichten müssen. Insofern werden wir auf jeden Fall morgen  - möglicherweise auch bis Ende der Woche nach der derzeitigen Planung im Vollzeitpräsenzunterricht bleiben. Ob und in welchem Umfang es dann zu Veränderungen kommt und wir in Teilen wieder auf Distanzlernen,  Wechselunterricht in Kleingruppen oder ein Mix aus Präsenzunterricht und Distanzlernen (sog. Hybridunterricht) umstellen, kann ich derzeit nicht abschätzen. Glauben Sie mir, ich hätte uns allen diese weitere zusätzliche Arbeit gerne erspart und uns allen etwas Kontinuität gewünscht. Ich stehe aber als Schulleiter in der Verantwortung einerseits den organisatorischen Rahmen so zu halten, dass Ihre Kinder möglichst guten Unterricht erhalten und eine gute Vorbereitung auf Prüfungen und Ihren weiteren Lebensweg erhalten, andererseits Ihre Kinder, Sie, die Lehrkräfte und das übrige Personal so gut es geht vor einer Infektion mit diesem Virus zu schützen.

Ich möchte Sie vor diesem Hintergrund um Ihre Mitarbeit bitten. Ich halte es für geboten in unsere Überlegungen auch Ihre Sicht als Eltern mit in unsere Entscheidungen einfließen zu lassen und werde mich morgen auch mit der SV kurzschließen, um über eine Beteiligung der Schüler zu sprechen. Am Ende muss selbstverständlich ich die Entscheidungen treffen, aber ich finde es wichtig alle Beteiligten zu hören - es geht schließlich um zwei der wichtigsten Dinge: Unser aller Gesundheit und die Zukunft Ihrer Kinder!

Ich habe eine Elternbefragung im LeOniE-Portal des Landes Schleswig-Holstein erstellt und lade Sie ein, an der Befragung teilzunehmen. Sie finden den Link am Ende dieses Briefs in der Version, die Sie über den Schulmanager erhalten haben.

Ich wünsche Ihnen allen einen guten Abend und eine erholsame Nacht und bleiben Sie gesund!

Herzliche Grüße

Siegfried Hesse

 

Regelungen für den Schulbetrieb im Schuljahr 2020/2021

Liebe Schülerinnen und Schüler,

liebe Eltern,

hier findet ihr/finden Sie Informationen hinsichtlich der CORONA-Regelungen zum Start des Schuljahres 2020/2021.

Herzliche Grüße

Siegfried Hesse, Rektor